Paddel-Besuch aus Namibia

Internationaler Jugendaustausch mit Namibia (30.05. - 11.06.2019)

Im Jahr 2017 besuchte im Rahmen eines ersten internationalen Jugendaustausches eine Gruppe Jugendlicher der Kanu-Gemeinschaft List e.V. unsere Partnergruppe in Windhoek/Namibia. Im Mai/Juni 2019 fand nun, nach einer längeren Planungsphase, endlich der Gegenbesuch der namibischen Partnergruppe in Hannover statt. Zehn namibische Jugendliche und zwei Betreuer verbrachten 14 Tage bei und mit uns.

Gemeinsam mit Jugendlichen vom CCC, RSV und KGL sowie weiteren Vereinsmitgliedern haben wir versucht ihnen unser Land, unsere Lebensweise und unsere Sicht auf unser geliebten Kanusport zu zeigen und näherzubringen. Im Gegenzug wurden wir mit vielen verblüfften und staunenden Gesichtern sowie spannenden Geschichten und Musik auf Afrikaans am Lagerfeuer belohnt.

In den knapp zwei Wochen, die wir gemeinsam verbrachten, stand der Kanusport besonders im Fokus. Nach der Landung in Amsterdam unternahmen wir einige Kanutouren in der niederländischen Hauptstadt und trafen uns zu Kanupolospielen mit den Sportlern des Kanuvereins Michel de Ruyter in Amsterdam. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Hannover ging die Reise weiter nach Berlin, die Gedenkstätte Bergen Belsen wurde besucht und unsere Gäste sahen erstmals in ihrem Leben Schnee, wenn auch nur künstlich, im Snow-Dome Bispingen. Den Abschluss der Europa-/Deutschlandreise bildete für unsere Besucher die Teilnahmen an dem weltweit größten Kanupoloturnier, dem Deutschland-Cup in Essen.
Nach der Ankunft in Amsterdam wusste zunächst niemand so recht, wie man miteinander umgehen sollte und es wurde sich erst einmal aus der Ferne beobachtet. Doch durch das gemeinsame Camping und die anschließende Fahrt nach Hannover wurden langsam erste Bekanntschaften geschlossen. Schnell wurde klar, dass auf beiden Seiten bereits einige Fragen durch den Kopf gegangen waren, die man gerne beantwortet haben wollte. Und so wuchsen wir in der kommenden Woche als Gruppe weiter zusammen und erfuhren immer mehr voneinander. Die Abende wurden länger und länger, und während wir Hannoveraner anfangs noch für das scheinbar unnötige umhersprinten beim Tischtennisrundlauf ausgelacht wurden, spielten später alle Namibier mit und ließen sich mitreißen.
Der Besuch im Snow Dome ging zum Glück - trotz waghalsiger Snowboard-Versuche - ohne Verletze vorüber. Erst am Ende wurde einem bewusst, dass auch Rodeln gelernt sein will, was aber niemanden daran hinderte mit einem Affenzahn die Piste runter zu jagen.
Nach einer ganzen Woche voller neuer Eindrücke ging es zum Abschluss zum Deutschland-Cup. Dort kannte man sich mittlerweile so gut, dass man ganz vertraut in den gegenseitigen Fankurven lauthals geschrien und gejubelt hat, wie man es sonst nur für seine eigenen Teams tut.
Alles in allem war es spannend und etwas komplett Neues die afrikanische Kultur kennen zu lernen und durch sie einen anderen Blickwinkel auf unsere zu bekommen. Vor allem aber ist klar geworden "Polo is family" und unser Sport verbindet uns auch mit Sportlern, die 8.368,05 km entfernt leben. Und wir werden diesen schrägen Haufen Jungs vermissen, die sich über Dinge freuen, die für uns selbstverständlich sind und IMMER Trockenfleisch dabei haben.

Für alle, die leider nicht dabei sein konnten und sich fragen, was wir von unserem Besuch mitnehmen konnten - hier eine kleine Zusammenfassung:

- Afrikaans klingt wie plattdeutsch
- "Bohnen sind Fischfutter"
- Namibier haben Angst, dass ihnen was geklaut wird, Deutsche im Gegensatz dazu gar nicht (wer hätte das von uns stieseligen Deutschen gedacht)
- Die Jungs schlafen am liebsten alle auf einem Haufen und benutzen sich gegenseitig als Kissen
- In jedes Essen passt Zucker (nicht)
- "Hähnchen ist Gemüse"
- Trockene Hitze In Namibia ist weniger schlimm als Feuchte in Deutschland
- Wald kann etwas besonderes sein und wir wissen zu wenig zu schätzen, was wir haben
- Mädchen dürfen laut den namibischen Gentlemen nichts Schweres tragen
- Benna sieht aus wie der Prinzenrollen-Prinz

Wir bedanken uns herzlich bei der Deutschen Sportjugend. Die Begegnung wurde zu einem großen Anteil aus Fördermitteln des Kinder- und Jugendplan der Bundesregierung finanziert. Weiter Informationen dazu sind auf der Homepage www.dsj.de/international/ zu finden.

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